Carola Reimann
Aktuelles aus Braunschweig

Podiumsdiskussion zum Einbruchschutz in Braunschweig

Unter dem Thema „Sicher wohnen in Braunschweig – Was können wir gegen Einbrüche tun?“ lud die Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann zu einer Podiumsdiskussion ins Seniorenzentrum In den Rosenäckern. Als Referenten waren neben dem Landtagsabgeordneten Christoph Bratmann auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen, Dietmar Schilff, eingeladen. Leider musste Peter Voiß von der Polizeiinspektion Braunschweig krankheitsbedingt kurzfristig absagen.

 
Dr. Carola Reimann während ihrer Begrüßungsrede im Seniorenzentrum In den Rosenäckern

Sicheres Wohnen in Braunschweig ist ein wichtiges Thema. Das wurde spätestens dann deutlich, als sich der große Gemeinschaftsraum im Seniorenzentrum bis auf den letzten Platz mit interessierten Besuchern gefüllt hatte. Warum das so ist, wurde von Carola Reimann bereits direkt nach der Begrüßung faktisch mit Zahlen belegt. Denn während bundesweit die Kriminalitätsraten insgesamt sinken und die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, insgesamt weiter rückläufig sind, steigen die Einbruchsdelikte kontinuierlich an. In Niedersachsen im Jahr 2015 handelte es sich hierbei um insgesamt 16.575 Fälle von Einbruch. Demgegenüber steht eine Aufklärungsquote in Niedersachsen von 22 Prozent. In Braunschweig sind es sogar nur 15 Prozent.

Woran liegt das? Ein schnell auszumachender Grund ist sicherlich die teils dünne Personaldecke in den einzelnen Polizeidienststellen. In den letzten zehn Jahren sind in den Ländern insgesamt circa 16.000 Stellen gestrichen worden. Weniger Polizei bedeutet dann eben auch weniger Präsenz und eine geschütztere Umgebung für Einbrecher.

Aus diesem Grund stellte Christoph Bratmann auch den gemeinsamen Antrag der SPD- und der Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion zur Einbruchskriminalität vor. Hier wird zum einen auf wichtige Maßnahmen wie die Einstellung von 1.000 zusätzlichen Polizeianwärtern für das Land Niedersachsen verwiesen und zum anderen gibt es einen sinnvollen Sechs-Punkte-Plan. Der Plan sieht unter anderem eine bessere Vernetzung über Ländergrenzen hinaus, die Unterstützung fachkundiger Stellen und eine finanzielle Förderung für bauliche Sicherheitsmaßnahmen in Privathaushalten vor. Der Antrag ist für den Landtagsabgeordneten Christoph Bratmann eine „solide Grundlage um Einbruchskriminalität effektiv zu bekämpfen.“

Neben diesen politischen Maßnahmen, die auf den Weg gebracht werden, gab Dietmar Schilff auch noch ganz praktische Tipps, die Einbrecher abschrecken oder aufhalten können. Eines der sicherlich effektivsten Mittel ist dabei eine aufmerksame Nachbarschaft. So ist letztlich jeder Bürger angehalten, ein wachsames Auge auf ungewöhnliche Aktivitäten zu haben, um im Ernstfall die Polizei rufen zu können. Denn selbst wenn nach einem Einbruch mögliche finanzielle Schäden durch Versicherungen ersetzt werden können, bleiben in den meisten Fällen auch psychische Schäden zurück. „Nahezu 50 Prozent aller Einbruchsopfer fühlen sich nach der Straftat in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher“, berichtet die Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann.

Am Ende der Veranstaltung blieb dann auch noch Zeit für alle Anwesenden, einige Fragen an die Experten zu stellen. Dabei wurden mögliche Generationenunterschiede beim Sicherheitsbedürfnis ebenso diskutiert wie die Effizienz der eingebrachten politischen Maßnahmen und sogar die Vorratsdatenspeicherung.

Text: Kevin Winter