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Dem Mond ganz nah – Carola Reimann und Bernd Lange besuchen das Institut für Raumfahrtforschung

Welche Pionierarbeit in der Raumfahrtforschung in Braunschweig geleistet wird, erfuhr der Europa-Parlamentarier Bernd Lange bei einem Besuch im Institut für Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig am Dienstag, 1. August.

Begleitet wurde Lange, der auf Einladung des SPD-Unterbezirks Braunschweig in die Einrichtung unweit des Flughafens gekommen war, dabei von der Braunschweiger Bundestagsabgeordneten Dr. Carola Reimann, dem Landtagsvizepräsidenten Klaus-Peter Bachmann und Matthias Wunderling-Weilbier, Landesbeauftragter für Regionale Entwicklung. Dr. Christos Pantazis, Vorsitzender der SPD Braunschweig, musste seine Teilnahme krankheitsbedingt kurzfristig absagen.

 v.l.n.r.: Dr. Carola Reimann, Matthias Wunderling-Weilbier, Bernd Lange, Klaus-Peter Bachmann, ein Student des Instituts, Stefan Linke

Eines der zentralen Forschungsfelder am Institut ist derzeit das Katalogisieren und Erkennen der abertausenden Teilchen im Weltraum, dem sogenannten Weltraumschrott. Was zunächst banal klingen mag, ist für die Arbeit mit Satelliten unerlässlich: Schon kleinste Teile im Weltraum können den empfindlichen Satelliten große Schäden zufügen. Dies soll mittels präziser Berechnungen, die in Braunschweig erforscht werden, bestmöglich verhindert werden, wie Dr. Carsten Wiedemann vom Institut den Politikern erläuterte.

Ebenfalls im Fokus der TU-Wissenschaftler befindet sich der Mond. Zuletzt im Schwerpunkt der Forschung etwas in den Hintergrund getreten, erhält dieser nach Auskunft von Diplom-Ingenieur Stefan Linke derzeit wieder eine stärke Beachtung. So forscht das Institut unter dem Titel „3D4Space“ derzeit an möglichen Szenarien, wie beispielsweise auf dem Mond ein internationales Basislager, vergleichbar mit der Raumstation ISS, entstehen könnte, eine sogenannte „Lunar Gateway Station“. Dabei haben die Forscher Glück: Ausgerechnet im Harz und im Raum Göttingen haben sie Gesteine gefunden, mit denen – nach entsprechender Behandlung – die staubige Oberfläche des Mondes gut nachgestellt werden kann. Ein entsprechendes Testfeld befindet sich ebenfalls in dem Institutsgebäude.

„Diese Spitzenforschung ist nicht nur für die europäische Raumfahrt von zentraler Bedeutung, sondern kommt auch unmittelbar unserer Region zugute“, resümierten die Gäste aus der Politik nach dem Rundgang durch das Institut. „Durch die Innovationsnetzwerke werden Firmen an den Standort Braunschweig geholt, die in diesem Bereich tätig sind, ihr Fachpersonal direkt aus den Studierenden der TU gewinnen können und hier attraktive Bedingungen für die Umsetzung von Projekten finden.“

 

Text: Robin Koppelmann